Mittwoch, 1. Februar 2012

Gigaliner fahren nur auf Autobahnen

Zur geplanten Ortsumgehungsstraße Naumburg-Bad Kösen.

Augen auf beim Einkauf. So riet zuletzt der Tageblatt/MZ-Wenzel, als er eine Diskussion über Ursachen und Wirkungen von Schadstoffen in Lebensmitteln verfolgen durfte. Eine Sorge können wir ihm nehmen, mit Gigalinern werden diese auch in den nächsten fünf Jahren nicht in die Läden von Sachsen-Anhalt kommen. Denn das Land hat den überlangen Lkw lediglich das Durchfahrten auf den Autobahnen erlaubt.
Von dort abfahren und auf Umgehungstraßen wie in Freyburg fahren (unklar bleibt, wie der Gigaliner über die engen Zufahrtskreisel dorthin kommen kann) dürfen sie nicht.

So dürfen sie auch nicht nach Theißen, aber die dortigen Einwohner erleben ja gerade auch ohne Gigaliner, wie das so ist mit zusätzlichem Verkehr. Mit Verkehr, den es in der Region vorher nicht gab, der aber durch sogenannte Umgehungsstraßen zusätzlich angezogen wird. Hier wird deutlich, welches Schicksal speziell Eckartsberga und Wethau droht, wenn die Bundesstraße 87n mit ihren prognostizierten täglichen 11 000 Fahrzeugen einschließlich 1 000 Lkw wirklich kommt.

Aber wir haben ja unseren Herrn Minister Webel, der dazu auch gleich die richtigen Versprechungen hat, nämlich sich für die Aufnahme der Ortsumfahrung Wethau in den vordringlichen Bedarf einzusetzen. Die Bundesstraße 87n hat zehn Jahre gebraucht, bis sie 2004 im Bundesverkehrswegeplan stand und wird nach aktuellem Stand nicht vor 2015 gebaut (EU-Fördermittel für ICE eingesetzt).

Aber vielleicht können diese Frage ja die fleißigen Unterschriftensammler für die Bundesstraße 87n in den Einkaufszentren der Region beantworten: Sollen auch die Bürger in Wethau und Eckartsberga über 20 Jahre lang diesen zusätzlichen Belastungen wie in Theißen ausgesetzt werden?

Frank Biedenweg,
Verein Rettet das Saaletal

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Tempo-30-Zone nur wegen des Geldes

Zur Aufhebung der Tempo-30-Regelung in Bad Kösen.Was ist los in Bad Kösen? Auf der einen Seite werden Unterschriften gegen eine Ortsumgehung gesammelt, auf der anderen wird der Kraftfahrer massiv auf einer Bundesstraße ausgebremst. Ich selbst fahre zu jeder Tages- und Nachtzeit durch diese Schikane. Dabei ist mir in sehr seltenen Fällen jemand über den Weg gelaufen.
Die 30er-Zone könnte sich mit der geplanten Ortsumgehung für Bad Kösen schon erledigt haben. Dann wäre auch die Schadstoff- und Geräuschbelastung in der Stadt eingeschränkt. Es drängt sich der Gedanke auf, dass die Gefahr für eventuelle Fußgänger nur vorgeschoben ist, damit sich der Stadtteil Bad Kösen finanziell sanieren kann, wenn die 30er-Zone wieder eingeführt werden soll, denn geplante 380 000 Euro sind ja nicht zu verachten.

Martin Held per E-Mail

»Naumburger Tageblatt«, 1.2.2012, S. 10

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