Dienstag, 14. Februar 2012

Brücken verbinden und teilen nicht

Zur geplanten Umgehungsstraße Naumburg-Bad Kösen.

Las ich doch kürzlich folgende Definition: "Ein Wutbürger ist ein wohlständiger älterer Bürger, der sich dem Wandel heftig entgegenstellt, die Zukunft des Landes und die der nächsten Generation sind ihm dabei total schnuppe." Da kamen mir doch gleich die "Retter des Saaletales" in den Sinn. Es scheint ihnen vollkommen egal zu sein, wie es den Menschen geht, die an der jetzigen Straße durch Bad Kösen, Schulpforte und Naumburg leben. Der Lärm und Gestank machen uns krank. Nachts wird man mehrfach geweckt, weil die Brummis entweder richtig Gas geben oder bremsen, zu bestimmten Tageszeiten ist hier mehr los als auf der A 9, und man muss ewig warten, um die Straße zu überqueren.

Die Umgehungsstraße bedeutet weniger Verkehr in Bad Kösen und in Naumburg, gleichzeitig verbessert sich die Anbindung der leeren Gewerbeflächen an die Autobahn und somit die Chance, dass sich Investoren für den Standort Naumburg interessieren und Arbeitsplätze geschaffen werden. Unsere Kinder können dann hier arbeiten und leben, und müssen nicht weg ziehen. Abgesehen davon, wird sich die Luft um einiges verbessern und der Lärm reduziert, das dürfte ja für eine touristische Region und ein Kurbad ja auch von Bedeutung sein.

Es gibt seit Generationen schon den Wunsch, den Verkehr und den Lärm in unseren Städten zu reduzieren, nun haben wir vielleicht die Chance, das umzusetzen, und da wird die Straße zerredet und alles getan, um zu verhindern, dass Bad Kösen und Naumburg auch im 21. Jahrhundert eine Zukunft haben.

Brücken verbinden und teilen nicht, wer Zukunft haben will, muss sich auch den neuen Forderungen stellen! Wir leben nicht mehr in der Postkutschenzeit, und wir sollten nicht darauf warten, dass irgendwann ein Prinz kommt, der uns aus unserem Dornröschenschlaf erweckt.

Henk Sonnenschein, Naumburg

»Naumburger Tageblatt«, 14.2.2012, S. 12

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