Montag, 4. Februar 2013

Hellseherische Fähigkeiten

Zum Leserbrief von Frank Biedenweg vom 30. Januar.

Als lärmgeplagte Anwohnerin der Weißenfelser Straße lese ich genervt die Leserbriefe der sogenannten Retter des Saale-tals. Ich möchte diese alle einmal einladen, an dieser Straße einige Nächte zu verbringen. Meine Lebensqualität leidet trotz neuer Fenster sehr unter dem Lärm und Schmutz, und ich warte seit Jahren auf eine Entlastung.

Die Bürger von Weißenfels, Freyburg und auch Zeitz hatten das Glück, dass keine Retter eine Umgehungsstraße verhindert haben. Mich würde interessieren, sind dort alle Prognosen für oder gegen die Straße eingetroffen? Herr Biedenweg äußerte sich in seinem jüngsten Leserbrief bestens informiert. Ich würde bescheiden anmerken, werden heute neue Straßen im ländlichen Raum gebaut, bekommen betroffene Anwohner eine Lärmschutzmauer, also muss sich Herr Biedenweg keine Sorgen um die ländlichen Ruhezonen machen. In der Weißenfelser Straße sind keine Lärmschutzwände möglich. Ich weiß nicht, in welchem Gutachten festgestellt wurde, dass die Ortsumgehung nur 500 Autos Entlastung bringen soll. Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie festgestellt werden kann, dass sich der Verkehr in Wethau und Eckartsberga verdoppeln soll. Fast glaube ich, die Retter des Saaletals besitzen hellseherische Fähigkeiten. Oder lesen sie im Kaffeesatz?

Ich gebe gern zu, dass ich nicht ausreichend informiert bin, doch zu jedem Gutachten gibt es sicher ein Gegengutachten. Ich lese aus den Leserbriefen der Retter des Saaletals immer wieder Intoleranz und einseitige Betrachtungsweise heraus. Menschen haben schon immer Brücken gebaut, um von A nach B zu kommen, sogar im Mittelalter. Ich empfinde die geplante Brücke auch nicht als Monsterbau, sie wirkt filigran, besser als die Waldschlösschenbrücke in Dresden. Wie die 6 000 Bürger, die für eine Entlastung unterschrieben haben, hoffe ich sehr auf einen baldigen Baubeginn, der schon vor 15 Jahren stattfinden sollte.

Petra Scholz, Naumburg

»Naumburger Tageblatt«, 4.2.2013, S. 10

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