Montag, 14. November 2011

Neue Messwerte bringen Klarheit

In einem Offenen Brief an Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper nimmt der Verein "Rettet das Saaletal" zur geplanten Umgehungsstraße Naumburg-Bad Kösen Stellung.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, von Ihnen wie von Herrn Förster wird in der Presse immer wieder behauptet, ohne Umgehungsstraße bekommt Bad Kösen keinen dauerhaften Kurort-/Heilbad-Status. Damit versuchen Sie die Umgehungsstraße, trotz zu erwartender geringer Verkehrsentlastung, zu begründen. Diese Behauptung ist nicht aufrecht zu erhalten, zumal die letzte Messung neun Jahre zurückliegt. Nach den damaligen Messergebnissen wurden die erhöhten Feinstaubwerte auf Bremsstaub, Reifenabrieb und Rußpartikel von Fahrzeugen insbesondere Lkw zurückgeführt. Diese Messungen wurden von Gemeinderatsmitgliedern und Bürgern bezweifelt, da zum Beispiel der Staub aus dem Kalkwerk keine Rolle spielte.

Die Messeergebnisse waren der Grund, erneut die Politiker zu veranlassen, sich im Bund dafür einzusetzen, dass die Umgehungsstraße auf die Prioritätenliste kommt. In den letzten neun Jahren hat sich der Verkehr stetig rückläufig entwickelt. Bad Kösen hat eine Unterführung bekommen, die eine reibungslose Durchfahrt ermöglich. Die Abgasentwicklung der Fahrzeuge hat sich verbessert und durch die derzeitigen Blitzer ist eine weitere Verkehrsberuhigung entstanden, die den Reifenabrieb und die Bremsstäube vermindert.

Diese Entwicklung hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass der Feinstaub wesentlich zurückgegangen ist. Mehrfach wurde im ehemaligen Stadtrat von Bad Kösen gefordert, dass eine erneute Messung stattfindet. Nicht zuletzt hat auch der Sprecher des Ministeriums Landesentwicklung und Verkehr auf die Frage zur Staubentwicklung geantwortet, die Stadt Bad Kösen hat die letzte Messung 2002 durchgeführt und bisher keine neue Messung veranlasst. Ein Antrag auf dauerhaften Heilbad-Status liegt seines Wissen nicht vor. Da bis zum heutigen Tag keine neue Messung festgelegt wurde, kann man nur daraus schlussfolgern, man will nicht die letzte Begründung zum Neubau der B 87n aufgeben.

Wir fordern Sie auf, umgehend neue Messungen zu veranlassen. Das Ergebnis wird zeigen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind oder die jetzigen Maßnahmen ausreichen, um den Kurort-Status dauerhaft zu erhalten. Da die B 87n zurzeit im politischen Aus ist und das rechtliche Aus im nächsten Jahr kommen könnte, wäre nach der derzeitigen Argumentationslage selbst der vorläufige Status gefährdet. Nach Rücksprache mit Herrn Manthey, Vorsitzender des Landesfachausschusses für Kur- und Erholungsorte, ist für die dauerhafte Anerkennung des Kurort-Status eine Messung, die belegt, dass die erforderlichen Grenzwerte eingehalten werden, ausreichend. Für den Landesfachausschuss ist nicht die Existenz einer Umgehungsstraße sondern die tatsächliche Belastung ausschlaggebend. Wir hoffen, Sie veranlassen die Messung, nur so bekommen wir Klarheit.

Helmut Schache, Vorsitzender
des Vereins "Rettet das Saaletal"

»Naumburger Tageblatt«, Mittwoch 14.11.2011, S. 12

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