Freitag, 20. Januar 2012

Doch noch Hoffnung für Brückenbau?

MINISTERBESUCH Thomas Webel informiert sich im Wethautal über aktuelle Verkehrsprobleme. Kritik an Kreisel-Planung.

VON ROLAND LÜDERS

SCHÖNBURG/WETHAU - Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) musste sich bei seinem Besuch am Mittwochnachmittag im Wethautal Kritik anhören. Unzufrieden ist man hier mit den Planungen des ihm unterstellten Landesbetriebs Bau zum künftigen Wethauer Kreisverkehr. So bemängelt Kerstin Beckmann, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Wethautal, die fehlende Einbindung der Landesstraße 201 nach Mertendorf in das Projekt.

Und auch für die Kreisverwaltung ist der jetzige Stand der Planung noch nicht zufriedenstellend. Steht doch die Forderung, die Bundesstraße 180 im Bereich Wethauer Berg dreispurig auszubauen. Allerdings hegt Kreisbauamtsleiterin Angelika Renner die Hoffnung, dass dieser Wunsch nach weiteren Gesprächen mit dem Landesbetrieb noch in die Planungen einfließen können. Hoffnung, wenn auch nicht auf zeitnahen Vollzug, kann der Magdeburger Politiker, der auf Einladung des Landtagsabgeordneten Daniel Sturm (CDU) in der Region weilte, auch in Blick auf ein bereits totgeglaubtes Verkehrsprojekt machen: die Ortsumfahrung Wethaus. Will sich doch der Minister für eine Wiederaufnahme des Vorhabens in den Bundesverkehrswegeplan stark machen. Voraussetzung sei allerdings, dass diesmal die Kommunalpolitiker geschlossen hinter dem Vorhaben stehen.

Ebenso sicherte Thomas Webel bei seinen Gesprächen in der Osterfelder VG-Verwaltung zu, dass der Ausbau des Streckenabschnitts der Landesstraße von Aue nach Schkölen kommt. Derzeit werden die Planungen, die wegen fehlerhafter Unterlagen noch einmal überarbeitet werden mussten, vom Landesverwaltungsamt geprüft. Allerdings macht der Verkehrsminister wenig Hoffnung, dass schon im kommenden Jahr die Bauarbeiten beginnen könnten.

Besteht doch noch Hoffnung für den Bau einer Brücke auf der derzeit gesperrten Straße von Wethau nach Schönburg? Das Bauwerk soll erneuert werden, damit während der Sperrung der L 204 von Naumburg nach Schönburg wegen Sanierung der dortigen drei Brücken Rettungs- und Notarztfahrzeuge in der gesetzlich geforderten Zeit nach Schönburg fahren könnten. Doch in Magdeburg war man bisher der Meinung, dass dann eben statt Autos Rettungshubschrauber zum Einsatz kommen müssen. Webel regt an, den Brückenbau im Kroppental über Fördermittel des Amts für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (Alff) zu finanzieren. Das hatte zwar schon eine Förderung abgelehnt. Doch das galt für eine Brücke mit einer Tragfähigkeit von über zwölf Tonnen. Diese Überdimensionierung hatte 2010 paradoxerweise das Verkehrsministerium gefordert.

3,5 Tonnen würden aber für den Pkw-Verkehr und den Einsatz von Rettungsautos ausreichen, waren sich Webel und Beckmann bei einem Termin in Schönburg einig. Und was die Notwendigkeit der Unterstützung durchs Alff betrifft: Nur durch den Brückenbau kann eine Lücke des Wanderwegs der Rad-Acht geschlossen werden.

»Naumburger Tageblatt«, 20.1.2012, S. 8

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