Freitag, 27. April 2012

Saale-Brücke wird kritisch gesehen


Zu zwei Foren, in denen über die Bewerbung zur Aufnahme von Teilen der Saale-Unstrut-Region das Welterbe informiert wurde.

Es war eine öffentliche Veranstaltung im Zentrum der Macht. Es ist nach wie besser, vor solche Veranstaltungen persönlich zu besuchen. Landrat Harri Reiche und Frau Dr. Meinel haben zum Anfang an alle Anwesenden und auch an die Bevölkerung im Antragsgebiet appelliert, alles zu tun, dass dieser einmalig mögliche Antrag auch Erfolg hat. Frau Dr. Meinel, Referatsleiterin im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, hielt einen Vortrag über die schon fortgeschrittenen wissenschaftlichen Arbeiten zum Welterbeantrag im Antragsgebiet. Es war sehr interessant, mit welchen wissenschaftlichen Mitteln Begründungen für einen solchen einmaligen Antrag ausgearbeitet werden.

Dieser Vortrag untermauerte den Vortrag von Herrn Büchsenschütz vom 27. März in Eckartsberga voll und ganz. Dr. Meinel versäumte auch nicht, die Arbeit aller Mitarbeiter an diesem Welterbeantrag zu würdigen. Die anschließende Anfrage (zu diesem Zeitpunkt hatten leider Herr Reiche und der Naumburger Oberbürgermeister Bernward Küper den Veranstaltungsraum verlassen) zu den Auswirkungen einer Transitstraße mit einer Riesen-Brücke im Saaletal beantwortete Frau Dr. Meinel.

Ein solches Bauwerk in der Sichtachse des Welterbe-Antragsgebiets wird als sehr kritisch für einen Welterbeantrag eingestuft und wird nach wie vor wissenschaftlich diskutiert. Ein Antragsgebiet muss ein Bilderbuch der Geschichte sein, einzigartig und authentisch, sowie erfolgsversprechend eingegrenzt werden. Störend wirken sich große Bauwerke, Hochregale, Steinbrüche oder Windkraftanlagen auf den Welterbeantrag aus. Historische Bauwerke müssen ihre Unversehrtheit und Echtheit nachweisen und ihre Sichtachsen dürfen nicht behindert werden.

Das war der größte Teil der Diskussion, leider viel zu kurz, ich hätte noch mehr Fragen gehabt. Eine schöne Veranstaltung, das Welterbe in unserem Saaletal hat eine Chance.

Erwin Zimmermann, Saaleck

»Naumburger Tageblatt«, 27.4.2012, S. 10

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