Donnerstag, 29. Dezember 2011

Gründung war längst überfällig

Zur Gründung der Bürgerinitiative "Pro Umgehungsstraße".

Mit Genugtuung habe ich zur Kenntnis genommen, dass nun endlich eine Bürgeriniative gegründet worden ist, die sich für den Bau der Ortsumgehung Naumburg-Bad Kösen einsetzen will. Dies war längst überfällig; denn sowohl aus dem Naumburger Rathaus als auch aus dem Landratsamt des Burgenlandkreises sind nach wie vor keine Aktivitäten zu erkennen, die den Bau dieser für unsere Region so wichtigen Straße wirksam voranbringen.

Das hat vielleicht auch historische Wurzeln, denn als vor 20 Jahren Naumburg zu einer der ersten Modellstädte für die Stadtsanierung in den neuen Bundesländern auserwählt wurde, war, trotz der daraus resultierenden unbestritten sichtbaren Erfolge in der Naumburger Innenstadt, die Umgehungsstraße jahrelang absolut kein Thema. Während in unseren Nachbarstädten die Umgehungstraßen längst zum Verkehrsalltag gehören, stehen in Naumburg noch immer viele Lkw vor den Ampeln in der Weißenfelser Straße Schlange und belasten mit Feinstaub und Lärm die Bewohner an den folgen Straßen in Richtung B 87 und B 88.

Mit der neuen Initiative wird nun endlich der bestimmt sehr großen Anzahl von Befürwortern eine Plattform geschaffen: gegen die Agitation eines Vereins "Rettet das Saaletal", gegen die Klagen von nicht in der Region lebenden Naturschützern sowie gegen die Pläne und Weisheiten von selbsternannten sogenannten grünen "Verkehrsexperten".

Übrigens wollte ich schon immer einmal wissen, wieso durch den Bau einer großen Brücke das Saaletal zerstört wird.

Heilfroh bin ich darüber, dass die Unstrutbrücke der Freyburger Ortsumgehung schon längst fertig war, als das merkwürdige Unesco-Postulat propagiert wurde, dass Brücken Kulturlandschaften schädigen. Diese Brücke fügt sich so harmonisch zu Füßen der Ehrauberge in die Weinbergslandschaft ein, dass man absolut nicht von einer Landschaftsschädigung sprechen kann. Selbst gegen die im Bau befindliche kilometerlange Brücke über das Unstruttal für die neue ICE-Strecke bei Karsdorf sind mir keine Proteste bekannt. Warum also, werte Nabu- Freunde und Saaletalschützer, dieses Theater um den Saale- Brückenbau?

Klaus Becker, Naumburg

»Naumburger Tageblatt«, 29.12.2011, S. 10

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